Bericht: Überarbeitung der SFDR – Politischer Kontext, Schwachstellen und Reformoptionen
Bericht: Überarbeitung der SFDR – Politischer Kontext, Schwachstellen und Reformoptionen
Im Rahmen des „Strategiemeetings" des Handelsblatts am 4. September hat Julia Wiens, BaFin-Exekutivdirektorin, in einer Rede die aktuelle regulatorische Lage deutscher Lebensversicherer beleuchtet. Dabei wurde vor allem auf die aufsichtlichen Fokusthemen für 2025, Wohlverhaltensaufsicht und IT-Sicherheit, eingegangen.
Der Kundennutzen steht in diesem Jahr hoch auf der Agenda der Versicherungsaufsicht der BaFin. Diesbezüglich wurde in der Rede noch einmal verdeutlicht, dass Versicherer den Zielmarkt jedes Produkts genau definieren und bei absehbaren hohen Stornoquoten diesen entsprechend anpassen sollten. Bei kapitalgebundenen Produkten seien teilweise Renditeziele viel zu niedrig angesetzt gewesen, sodass den Kunden nach Abzug der Kosten bei der Nettobetrachtung kein Mehrwert geboten würde.
Gerade durch die stetig zunehmende Nutzung von generativen KI-Anwendungen steht IT-Sicherheit bei der Aufsicht ebenso hoch im Kurs. Da absehbar sei, dass KI bald auch in kritischeren Prozessen Anwendung findet, sei ein entsprechendes Cyber-Risikomanagement notwendig. In diesem Zusammenhang wurde auf den AI-Act verwiesen, der die entsprechende regulatorische Grundlage bietet.
Auch die derzeit in Finalisierung befindliche Solvency II Review wurde angesprochen.
Die zahlreichen Änderungen in Säule I trügen dazu bei, die Risikosensitivität der quantitativen Anforderungen zu verbessern – auch um für künftige schlechtere Marktbedingungen besser gewappnet zu sein.
