Der deutsche Run-Off-Markt kommt wieder in Schwung

Der deutsche Run-Off-Markt kommt wieder in Schwung

Der externe Run-Off von alten, in der Verwaltung unlukrativen, Lebensversicherungspolicen ist für Lebensversicherer weiterhin ein beliebtes Mittel. Der deutsche Marktführer Viridium steht derzeit im Fokus. Die Viridium Gruppe suchte einen neuen Mehrheitseigentümer, nachdem die BaFin unter dem derzeitigen Mehrheitseigentümer Cinven weitere Bestandsankäufe untersagt hatte. Cinven hatte zuvor eine italienische Tochter nicht vor der Zahlungsunfähigkeit geschützt, weshalb das Versicherungsunternehmen von der italienischen Aufsicht abgewickelt werden musste. Ein ähnliches Vorgehen des Mehrheitseigners wollte die BaFin verhindern, sollte Viridium in eine vergleichbare Situation geraten.

Bis zum 3. März hatten Interessenten die Möglichkeit, Angebote zur Mehrheitsübernahme abzugeben. Lange Zeit wurde Konkurrent Athora als Kandidat hoch gehandelt. Nun hat ein finanzstarkes Konsortium, bestehend aus der Allianz (26 % Anteil), Blackrock (15 %) und dem japanischen Versicherungsunternehmen T&D Holding (30 %), vorbehaltlich der Zustimmung der BaFin, den Zuschlag erhalten.

Es ist daher davon auszugehen, dass der Run- Off-Markt in Deutschland bald wieder in Schwung kommt, sobald Viridium wieder ihrem Geschäftsmodell nachgehen kann, Altbestände aufzukaufen. Dies war Viridium zuletzt von der BaFin wegen ihres Mehrheitsgesellschafters Cinven untersagt worden, weshalb der Ankauf eines Bestands der Zurich bislang nicht zustande kam.

Durch das Engagement der Allianz könnten in Zukunft weitere Synergieeffekte gehoben werden, auch wenn laut Allianz SE-CEO Bäte der Fokus des Investments zunächst bei den Einnahmen aus der Vermögensverwaltung liegt. Beispielsweise wäre es möglich die Verwaltungskosten weiter zu senken, indem die von der Viridium verwalteten Bestände auf das Allianz-eigene Bestandsführungssystem ABS migriert werden.

 

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