EBA-Arbeitsprogramm 2026: Effizienz, Innovation und neue Aufsichtsaufgaben im Fokus

EBA-Arbeitsprogramm 2026: Effizienz, Innovation und neue Aufsichtsaufgaben im Fokus

Am 1. Oktober 2025 veröffentlichte die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) ihr Arbeitsprogramm für das Jahr 2026. Damit setzt sie ein klares Zeichen für eine effizientere, innovationsgetriebene und stärker fokussierte Regulierung und Aufsicht im europäischen Finanzsektor. In einem zunehmend komplexen Finanzumfeld stellt die EBA drei strategische Prioritäten in den Mittelpunkt ihres Handelns und übernimmt neue Aufgaben, die den Wandel der Branche widerspiegeln.

Das Arbeitsprogramm 2026 basiert auf drei zentralen Säulen:

  1. Regelwerk: Ziel ist ein widerstandsfähiger, nachhaltiger und effizienter Binnenmarkt. Die EBA will das EU-Regelwerk vereinfachen und gleichzeitig dessen Wirksamkeit stärken.
  2. Risikobewertung: Mit verbesserten Daten, Methoden und Tools soll die Fähigkeit zur Analyse und Beaufsichtigung weiterentwickelt werden.
  3. Innovation: Die technologischen Kapazitäten aller Interessengruppen sollen gestärkt werden.

Ein bedeutender Meilenstein ist die Übernahme neuer Aufsichtsverantwortungen: Ab 2026 wird die EBA im Rahmen des Digital Operational Resilience Acts (DORA) die Aufsicht über kritische IKT-Drittdienstleister, im Rahmen der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) die Aufsicht über Krypto-Asset-Emittenten und im Rahmen der Derivateverordnung (EMIR, European Market Infrastructure Regulation) die Aufsicht über Modelle zur Berechnung der Anfangssicherheiten (Initial Margin) übernehmen. Gleichzeitig gehen die seit 2020 wahrgenommenen Aufgaben im Bereich der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML/CFT) an die neue Anti-Geldwäschebehörde AMLA über.

Besonders hervorzuheben ist die umfassende Effizienzprüfung des regulatorischen Rahmens, die in 21 konkreten Maßnahmen mündete. Diese Maßnahmen konzentrieren sich auf vier Schlüsselbereiche:

  • Erstellung von Level-2- und Level-3-Regelwerken,
  • die Meldepflichten für Finanzinstitute,
  • den Beitrag der EBA zum aufsichtsrechtlichen Rahmen der EU und
  • interne Arbeitsabläufe.

Ziel dieser Maßnahmen ist eine Vereinfachung ohne Qualitätsverlust und ein Beitrag zur Resilienz und Einheitlichkeit des EU-Finanzsystems.

Das EBA-Arbeitsprogramm 2026 zeigt, dass die EBA regulatorische Weiterentwicklung ganzheitlich denkt. Im Mittelpunkt stehen dabei Effizienz, technologische Innovation und neue Aufsichtsrealitäten. Für Compliance- und Regulierungsverantwortliche bedeutet das, dass in den kommenden Jahren nicht nur neue Anforderungen entstehen werden, sondern dass sich auch Chancen zur Vereinfachung und Digitalisierung bieten werden. Es lohnt sich, die Umsetzung der 21 Maßnahmen sowie die neuen Aufsichtsbereiche aufmerksam zu verfolgen.

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